Das Hauptanliegen dieses Projekts ist die nachhaltige Erhaltung und originaltreue Aufarbeitung eines repräsentativen Gelenktriebwagens (GTW) der ehemaligen RM (Regionalverkehr Mittelland). Dabei steht nicht nur der historische, sondern auch der technische und ästhetische Wert des Fahrzeugs im Fokus. Ziel ist es, das Triebfahrzeug sowohl äusserlich als auch im Innenraum weitestgehend in seinen Originalzustand zurückzuversetzen und es somit als Zeitzeugen einer bedeutenden Phase im regionalen Bahnverkehr zu bewahren.
Der vollständig aufgearbeitete Zug soll im Anschluss im Rahmen besonderer Anlässe und öffentlicher Veranstaltungen eingesetzt werden können - beispielsweise bei thematischen Sonderfahrten, in historischen Ausstellungen oder als stilvoller Eventzug für private oder öffentliche Anlässe. Dadurch soll nicht nur der geschichtliche Wert vermittelt werden, sondern auch das Bahnfahren als emotionales Erlebnis mit nostalgischem Flair neu insenziert werden.
Zustand und geplante Massnahmen an den einzelnen Fahrzeugeinheiten
Die aktuelle Inneneinrichtung des Zuges befindet sich in einem insgesamt guten Zustand. Dies erlaubt es, bei der Aufarbeitung gezielt vorzugehen und sich zunächst auf technisch notwendige sowie gezielt wirkungsvolle gestalterische Anpassungen zu konzentrieren, um die historische Anmutung des Fahrzeugs zu bewahren, gleichzeitig aber auch einen funktionalen Betrieb bei modernen Anforderungen zu gewährleisten.
Steuerwagen 2. Klasse (Bt)
Der Bt-Steuerwagen, welcher den Zugabschluss bildet, soll möglichst im bestehenden Zustand erhalten bleiben. Die vorhandene Einrichtung weist bereits eine hohe Übereinstimmung mit dem ursprünglichen Erscheinungsbild auf. Einzige Ausnahme bildet das ehemalige Gepäckabteil: Hier ist vorgesehen, dieses als multifunktionaler Raum für Personal, Technik, Catering oder Veranstaltungsmaterial zu nutzen, und mit Regalen auszurüsten, sowie den historischen Zustand durch den Wiedereinbau des früheren Rolltors wiederherzustellen. Dadurch bliebe die Authentizität erhalten, und gleichzeitig würde das Abteil als visuelles Element zur historischen Gesamtwirkung des Fahrzeugs beitragen.
Mittelwagen 2. Klasse (B)
Der Mittelwagen stellt das Herzstück der geplanten Umbauten dar. Aufgrund seiner zentralen Lage im Zugverband und der grösseren Distanz zu den Führerständen eignet er sich ideal für eine multifunktionale Nutzung. Geplant ist, den Hochflurberiech mit grosszügigen Tischen auszustatten, um den Fahrgästen ein komfortables Ambiente zu bieten – etwa für Gruppenreisen, Spiele, kleinere Meetings oder gastronomische Angebote.
Der Niederflurbereich des Wagens soll zu einer Bar umgestaltet werden. Diese Massnahme trägt nicht nur zur Attraktivität bei Eventfahrten bei, sondern erfüllt auch praktische Anforderungen an Service und Verpflegung während längerer Fahrten. Die Wahl des Mittelwagens für den Barbereich ist bewusst getroffen worden: Die grössere Entfernung zu den sensiblen Führerständen gewährleistet eine bessere akustische Trennung. In den Steuerwagen hingegen würden die dünneren Trennwände eine laute Geräuschkulisse durch die Bar eher störend wirken lassen.
Der Umbau soll dabei so erfolgen, dass die historische Substanz nicht nachhaltig beschädigt wird. Die Ausstattung der Bar wird mobil und reversibel konzipiert, um bei Bedarf eine Rückrüstung auf den Ursprungszustand zu ermöglichen.
1/2. Klasse-Steuerwagen (ABt)
Im gemischtklassigen Steuerwagen ABt sind derzeit keine umfangreichen Umbauten geplant. Der Fokus liegt zunächst auf dem Erhalt des hochwertigen Erste-Klasse-Bereichs, der in seinem Erscheinungsbild und Komfortlevel weitgehend dem historischen Original entspricht und deshalb möglichst unangetastet bleiben soll.
Lediglich im Bereich der 2. Klasse wird erwogen, die vorhandenen Sitzgruppen durch Tische mit grösserer Fläche zu ergänzen.